Fragen, Ideen, Erwartungen | Wie wir unseren Road Trip in Australien vorbereitet und geplant haben

Einen Drei-Wochen Trip nach Australien planen ist nicht einfach, vor allem, weil es kaum brauchbare Antworten zu unseren Fragen im Netz gab. Chris und ich haben unsere Gedanken, Bedenken, Erkenntnisse und Erfahrungen von der Planung bis zur Umsetzung für euch zusammengestellt. Wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt, solltet ihr wirklich auf einen Road-Trip in Australien vorbereitet sein.

Australien – Die IDEE

Seit Jahren war es unser Wunschdestination, jedoch ging es sich nie aus. Chris war mit dem Studium beschäftigt, Jobwechsel, nicht genug Urlaub, Haus bauen, usw. Diesen Sommer war es dann endlich so weit, wir haben uns entschlossen unseren Traum zu leben und nach Australien zu reisen. Urlaub war beantragt und genehmigt, die Finanzen gecheckt und los ging die Planung.

Oh Mann, aber es war so schwierig unseren Roadtrip zu planen. Australien ist so ein riesiges Land, Europa (EU27) ist in etwa halb so groß wie Down Under.

Fakten: Australien hat 21 Mio Einwohner, wobei der Großteil entlang der Ostküste lebt. Australien zählt zu den am meist urbanisierten Ländern dieser Welt – fast alle leben in der Stadt. Sydney (5 Mio), Melbourne (4,7 Mio) und Brisbane (2,4 Mio) sind die größten Städte. Die Hauptstadt ist jedoch Canberra.

Wir hatten 3 Wochen für unseren Trip eingeplant (mehr Urlaub war nicht drinnen). Was geht sich in knapp einem Monat alles aus? Sydney, Melbourne, Great Barrier Reef, Red Rock (Uluru), die Ostküste und am besten auch noch die Westküste mit Perth sollten es sein! Nun, die Vorstellung löste sich schnell in Luft aus. Das alles geht sich einfach nicht aus in dieser „kurzen Zeit“.

Die AUSWAHL

Wir wussten nun, das sich alles auf einmal nicht ausgeht und wir das Eine oder Andere auslassen müssen. Also kamen auf die Shortlist: Melbourne, Sydney, Ostküste, Great Barrier Reef und Uluru. Es wurde nicht gerade einfacher, diese Punkte zu verbinden, da die Distanzen unvorstellbar sind im Vergleich zu Europa. Wir haben alle Option versucht zu planen, teilweise zu Fliegen, Roadtrip, Bus usw….. aber leider hat sich kein vernünftiger Plan ergeben, in dem wir nicht nur am Flughafen sitzen oder Tage durch Fahren verlieren.

Chris macht dann immer Excel Listen und eine Timeline, um die Tage und Destinationen zu planen. Uluru hätte uns 3 Tage gekostet, für die Westküste bräuchte man sinnvollerweise auch nochmals 7 Tage. Also haben wir diese Punkte schweren Herzens gestrichen. Es blieb nun also noch die Süd-Ostküste über. Entlang der Ostküste gibt so viel zu sehen und zu unternehmen. Wir haben uns durch unzählige Blogs und Foren gearbeitet um die wirklichen Highlights heraus zu finden, wo muss man hin, wo kann man hin, wo sind die versteckten Schönheiten und wo die Geheimtipps? Wir reisen viel lieber abseits der typischen Touristenspots und erkunden das Land aus der Sicht der Einheimischen. In den meisten Blogs und Foren fand man jedoch nur die typischen Infos, wo die Shopping-Paläste sind, wo die Freizeitparks und Zoos zu finden sind und welche Touren man machen sollte. Alles nichts für uns! Entlang der Ostküste hatten wir so also vorerst folgende Städte/Gebiete als Ziele herausgepickt: Sydney, Coffs Habour, Byron Bay, Gold Coast, Brisbane, Sunshine Coast, Hervey Bay (Fraser Island), Whitesunday Island (Airlie Beach) Cairns und ganz im Süden Melbourne plus Great Ocean Road. Für die Ostküste braucht man mindestends 20 Tage plus ein paar Tage in Sydney, was sich gut verbinden lässt. Melbourne und Umgebung benötigen nochmals in etwas 5 Tage. Zwischen Melbourne und Sydney ist es nicht ganz so interessant, ab Sydney kann man dann eigentlich ganz gut von einem Gebiet zum nächsten fahren. So schwer es uns auch fiel, wir haben uns entschieden Melbourne auszulassen und einen Roadtrip von Sydney bis Cairns zu machen. Entlang der Ostküste und auf den Spuren der Wellenreiter.

Viele die bereits hier waren, werden sich jetzt wahrscheinlich denken „wie kann man nur?“ – und ja ihr habt Recht, hätten wir etwas mehr Zeit gehabt, dann hätten wir Melbourne auf jeden Fall mit eingebaut. Also, wer 4 Wochen plant, muss Melbourne und Umgebung mit 5 Tagen auf jeden Fall einplanen und kann so unseren Plan (siehe weiter unten) damit erweitern.

Die ROUTENPLANUNG

Bis dahin hatten wir zumindest schon einmal die Route in etwa im Kopf, jedoch starten wir im Norden oder im Süden, alles mit Auto oder können wir Strecken auch einfach Fliegen? Zwischen Hervey Bay und Cairns sind es knapp1.500km (bzw. 18 Stunden Autofahrt oder 5 Stunden Flugzeit, da es keinen Direktflug gibt/gab), jedoch wollten wir genau dazwischen nach Airlie Beach um die Whitsunday Island zu sehen und ein paar Tage auf einem Boot zu verbringen. Somit mussten wir zumindest soweit mit dem Auto fahren, da es nach Airlie Beach keine guten Flugverbindungen gibt. Einmal bis dorthin geschafft sind es „nur“ mehr 7 Stunden mit Auto an unser nördlichstes Ziel Cairns. Fliegen kann man nicht, zurückfahren und Fliegen ist noch zeitintensiver, daher bleibt nur mehr die Option einer weiteren Langstreckenautofahrt. So haben wir Strecke für Strecke abgearbeitet und schlussendlich entschlossen, es wird ein 3-Wochen-Roadtrip mit 3500km und mehr als 30 Stunden Autofahrt.

Starten wir im Norden oder Süden? Da die besseren Inbound-Flüge nach Sydney gehen und wir zur Akklimatisation mit einem Stadtaufenthalt starten wollten, fuhren wir von Süden nach Norden. Je höher man kommt, desto wärmer wird es auch vom Klima.

Sydney hat gemässigtes Klima mit teils sehr warmen Temperaturen, Cairns ist bereits ein typisches Gebiet mit Regenwald.

Eine weiter Frage, die wir uns gestellt haben: „Sollen wir die Hotels vorbuchen oder spontan vor Ort etwas suchen um flexibler zu sein“. Auf Grund der Kostenfrage, haben wir uns entschieden, alles vorab zu buchen, um nicht höhere Preise vor Ort zu bezahlen. Die Gefahr lag jedoch darin, dass wir sehr gebunden waren an unsere Route und den Zeitplan.

 

Die ANREISE

Wir sind ja Stand-By nach Australien angereist und waren daher von der Verfügbarkeit der Plätze abhängig, konnten jedoch eine brauchbare Route fliegen. Gestartet sind wir von Wien, der erste Flug ging von Wien nach Hong Kong und danach weiter von Hong Kong nach Sydney. Leider hatten wir einen 10 Stunden Aufenthalt in Hong Kong, wodurch wir beinahe 30 Stunden für die Anreise benötig hatten.

Von Europa gibt es keine Direktflüge mehr, daher muss man mindestens einmal umsteigen. Hong Kong, Dubai, Singapur, Bangkok, Doha oder Kuala Lumpur bieten sich dafür an. Über Checkfelix oder direkt über die Airline eures Vertrauens findet ihr alle Möglichkeiten.

Der ROADTRIP

Wie bereits erwähnt, man darf die Strecken nicht unterschätzen. Wenn ihr euch auch für einen Roadtrip entscheidet, dann stellt euch auf Fahrten von mehr als 3 Stunden ein. Abhängig davon wie ihr eure Stops/Übernachtungen legt, können es auch einmal 7 Stunden sein. Wir konnten vorab kaum Infos zu den Straßenverhältnissen finden bzw. Infos auf was man achten soll bei einem Roadtrip in Australien.

Also, wie ihr wisst, man fährt hier auf der linken Straßenseite, was zu Beginn etwas herausfordernd ist, man sich jedoch schnell daran gewöhnt. Die Straßen sind einwandfrei, die Verbindung von Süden nach Norden ist durchgängig mit Schnellstraßen und Autobahnen verbunden. Großteils fährt man einfach die M1 (Pacific Highway). So werden lange Autofahrten, zumindest von der Herausforderung, etwas einfacher. Anders als erwarte, fährt man kaum entlang der Küste, sondern immer etwas im Landesinneren. Wer von euch auch schon auf der Westküste, Kalifornien war, würde wahrscheinlich ebenfalls das Gleiche erwarten. Tankstellen gibt es in allen Städten und Ballungsgebieten, jedoch sind Raststationen dazwischen etwas weniger verfügbar als wir es vielleicht von Österreich und Deutschland kennen. Mautgebühren können teilweise anfallen, jedoch werden die bei Mietwagen automatisch verrechnet. Ihr müsst euch also keine Gedanken über Vignetten oder sonstigen Gebühren machen. Geschwindigkeitsübertretungen können sehr teuer werden, daher immer brav das Tempolimit beachten. Wir hatten etwas Angst, dass wir ein Vermögen an Parkgebühren ausgeben werden müssen – das war jedoch nicht so. Bei all unseren Airbnb und Hotels, hatten wir kostenfreies Parken. Bei Strandzugängen ist meist ebenfalls kostenfreies Parken möglich. Einzig, wenn ihr bei National Parks einfahren wollte bzw. parken wollt, kommt eine kleine Gebühr auf euch zu – aber wirklich günstig, keine Abzocke wie in anderen Ländern.

Unser FAHRPLAN

Nachstehend habe ich euch unseren Zeitplan, die Aufenthalte und die Fahrzeiten eingefügt, um ein Gefühl zu bekommen. Wir hatten eben bereits bevor unsere Aufenthalte geplant und die Unterkünfte gebucht, an Hand der Informationen die wir vorab im Internet gesammelt hatten. Im Großen und Ganzen war der Plan echt perfekt, auch wenn wir im Nachhinein natürlich gerne den einen oder anderen Tage in einer unserer Destinationen verlängert hätten, was ja ohnehin auf Grund der knappen Zeit von 3 Wochen nicht möglich war. Ob ihr nun 1 oder 2 Nächte an einem Ort bleibt ist im Grunde egal, hier könnt ihr eure Planungsfehler dann immer noch ein wenig ausbessern. Wir sind zum Beispiel an Orten, an denen wir länger sein wollten, aber nur 1 Nacht gebucht hatten, einfach in der Früh angereist und am nächsten Abend erst weiter, so konnten wir aus 1 Nacht 2 Tage machen. An der Gold Coast haben wir etwas gespart und sind zwar 2 Nächte dort gewesen, jedoch spät Abend angereist und nach der zweiten Nacht früh losgefahren, so waren es dann eigentlich nur 1 Tag.

ERWEITERUNGSMÖGLICHKEITEN

Wer unsere Route als Basis für seinen Trip nehmen möchte und mehr Zeit hat, könnte folgende Orte verlängern, einen weiteren Zwischenstopp einbauen oder die Route verlängern:

  • Melbourne (5 Tage extra) – Zusatz
    Es gibt die Möglichkeit, dass ihr in Melbourne startet, dann nach Sydney fliegt und von dort unsere Route startet. Eine andere Option wäre, am Ende von Cairns nach Melbourne zu fliegen und nach dem langem Road Trip den Comfort einer Metropole nochmals zu genießen.
  • Uluru (2-3 Tage extra) – Zusatz
    Der berühmte rote Berg in der Wüste. Die Anreise ist eigentlich nur per Flugzeug möglich, wenn ihr nicht Tage durch die Wüste fahren wollt. Der Flughafen ist in Alice Springs, von dort sind es dann nochmals 2 Stunden mit dem Auto. Mit Anreise, Aufenthalt und Abreise sind es dann in etwa 2-3 Tage, die ihr einplanen müsst.
  • Westküste und Perth (mind. 7 Tage) – Zusatz
    Die Westküste ist eher rar besiedelt, jedoch gibt es mit Perth eine echt interessante Stadt bzw. wunderbare Natur entlang der Westküste. Von Sydney oder Melbourne sind es in etwas 5 Stunden reine Flugzeit.
  • Byron Bay (1 Tage länger) – Verlängerung
    Hier hätten wir gut und gerne noch einen Tag dran gehängt, lest mehr im nächsten Beitrag darüber.
  • Port Macquarie (1 Nacht) – zusätzlicher Stopp
    Wem die 6 Stunden Fahrt zwischen Sydney und Coffs Harbour zu viel ist, kann hier gerne eine Nach stoppen. Einheimische in Sydney hatten es uns empfohlen

Die AKTIVITÄTEN

Bei unseren Aktivitäten waren wir eigentlich total spontan und haben meist erst am Abend bevor oder in der Früh entschieden, wie der Tage oder die nächsten Stunden aussehen sollen. Man ist ja in gewisser Hinsicht vom Wetter abhängig. Als Bezugsquelle hatten wir Instagram (Lokale und Eindrücke), Google Maps und Google Trips herangezogen. Mehr Informationen zu den Stopps und was wir dort erlebt haben, lest ihr in den nächsten beiden Beiträgen. Hier werden wir euch Tipps zu Lokalen, Unterkünften, Hotspots und Places-to-be geben.

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    1. Liebe Andi!
      Das Problem mit der Planung kenn ich nur zu gut. Vor allem wenn man nur eine begrenzte Zeit, Zeit hat ist es nicht immer leicht zu entscheiden, was einem wichtiger ist und was man weglassen kann.
      Sieht aber so aus als hättet ihr das super gut gelöst und es gibt sicher mal wieder die Möglichkeit nach Australien zu reisen und die restlichen Ziele abzuhaken 🙂
      x Stephi
      https://stephidrexler.com/

    1. Hallo Andi,
      Ich kann das zu 100% nachvollziehen. Uns ging es vor unserer ersten Reise nach Australien genauso. Man hat gar keine Vorstellung wie weit manche Entfernungen sind. Wir waren zwischenzeitlich bereits 2x dort und das 3. Mal für 2018 ist bereits gebucht. Man hat immer das Gefühl irgendwo was verpasst zu haben bzw. hätte gern mehr Zeit gehabt.
      Deine Bilder bei Instagram waren so klasse. Bei vielen habe ich genau gewusst wo du warst. Da kamen viel schöne Erinnerungen wieder. Herrlich…
      bin gespannt wohin du uns als nächstes mitnimmst.
      Viele Grüße Nadine

    1. Hallo,
      danke für deinen Beitrag – Australien steht bei mir auch schon lange auf meiner Travel-Bucket-Liste. Bisher hat es sich jedoch noch nicht ergeben. Aber mal gucken wie es kommt 😉 dein Travel-Guide wird dann sicherlich hilfreich sein 🙂
      Lg Alex

    1. Hallo Liebe Andi!
      Dankeschön für deinen Tollen Bericht. Ich und Lu werden nächstes Jahr auch nach Australien reisen. Wir haben aber zum Glück um einiges länger Zeit als du und dein Freund. Wie sieht es denn preislich im Vergleich zu Österreich aus mit zum Beispiel Lebensmitteln, Wasser etc.? Was hat euch denn besonders gut gefallen auf eurer Strecke und auf was hättet ihr verzichten können obwohl es so hochgehoben wurde? Wir sind mit einem Camper unterwegs. Ich würde mich riesig über deine Hilfe freuen.

      Vielen Dank schon mal. Ich warte schon ganz gespannt auf deine nächsten Beiträge zu Australien.
      Hannah

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