Baby Paul | Geburtsbericht zum Kaiserschnitt | Das Schicksal hatte entschieden

Während meiner Schwangerschaft dachte ich weder an Geburtsberichte, noch an die bevorstehende Geburt und wie diese werden wird. Das Thema Geburt hatte ich generell ganz weit weg geschoben, da ich mich nicht verrückt machen wollte. Ich hatte mir keine Stories von Bekannten oder Freundinnen angehört (bitte meidet die gut gemeinten Tipps) und auch im Internet hatte ich echt nichts recherchiert. Und gut war es….

Eigentlich war hier und auf Instagram kein Geburtsbericht geplant – warum auch. Ich persönlich wollte vorab so wenig, wie nötig davon wissen und es auf mich zukommen lassen. Auf euren Wunsch schreibe ich nun diese Zeilen und vielleicht nehmen sie euch Angst, oder machen euch Mut, sich selbst nicht verrückt zu machen. Eine normale Geburt ist ja fast nicht planbar, nur das rundherum kann so angenehm wie möglich gestaltet werden. Nach unserem privaten Geburtsvorbereitungskurs (falls ihr einen Kontakt benötigt, lasst es mich wissen) war ich, oder auch wir auf die Geburt so gut wie möglich vorbereitet. Wir gingen alle möglichen Szenarien durch und auch das Thema Kaiserschnitt hatten wir Schritt für Schritt besprochen.

Der Kurs war in etwa 5 Wochen vor unserem ET, bis dato hatte sich Paul noch nicht in die „Pole Position“ gedreht, was so viel heißt wie: Der Kopf war noch immer oben, gefühlt zwischen meinen Rippen. Zur Sicherheit sind wir dann eben das Thema Kaiserschnitt durchgegangen, da ich es irgendwie schon im Gefühl hatte,….

… dass es ein Kaiserschnitt werden könnte.

Um jetzt nicht zu sehr abzuweichen und es in die Länge zu ziehen, es wurde tatsächlich ein Kaiserschnitt. Mit diesem Szenario hatte ich in meiner Schwangerschaft nicht gerechnet. Ich ging immer von einer natürlichen Geburt aus… Zwischen dem Geburtsvorbereitsungskurs und dem letzten Arzttermin (3 Wochen vor der Geburt) ließ mich das Gefühl nicht mehr los, dass sich Pauli wahrscheinlich nicht mehr „drehen“ wird. Sein Kopf war so unangenehm zu spüren, sodass ich es bemerkt hätte, falls er sich es doch anders überlegt hätte.

Also wie schon geschrieben – 3 Wochen vor dem ET hatten wir einen Termin beim Frauenarzt, wo uns dann auch bestätigt wurde, dass sich an der Lage von Paul, auch Beckenendlage genannt, nichts geändert hatte und sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern wird. So wurde am gleichen Tag noch ein Termin zur „Sectio“ vereinbart. Unser Arzt meinte, dass Paul in Form eines „U-Haken“ in meinem Bauch liegt, oder es sich auch wie ein kleiner Buddha bequem gemacht hat.

Der 10.12.2018 war unser Tag.

Obwohl Chris und ich sich schon mit dem Thema befasst hatten und mit dem Gedanken an eine Operation auseinander gesetzt hatten, war es doch das komischste Gefühl der gesamten Schwangerschaft. Fragen schwirrten in meinem Kopf herum: „Habe ich etwas falsch gemacht?“ „Liegt es an meinem doch recht kleinen Bauch?“ Ich wusste genau, dass ich absolut nichts falsch gemacht hatte, aber ehrlich gesagt waren diese Fragen für ein paar Sekunden in meinem Kopf.

Grundsätzlich liebe ich es zu planen und zu wissen, was passiert… Dennoch hatte ich kurz vor der Op dann doch etwas Angst (obwohl ich gut aufgeklärt war). Da war dann auch noch dieser bekannte und unangenehme Kreuzstich. Bislang hatte ich mich immer für Vollnarkosen entschieden, ich wollte nie etwas mitbekommen, aber bei der Geburt seines eigenen Babys ist das ja nicht üblich. Ich wollte unseren Paul sofort sehen und hören.

Der Tag, bevor Paul das Licht der Welt erblickte:
Es war Sonntag der 9. Dezember 2018. Meine Kliniktasche war schon gepackt, da es auch jederzeit vor unserem Termin losgehen hätte können. Mein Frauenarzt meinte, dass mein Gebärmutterhals schon recht kurz ist und Paul schon eventuell früher kommen will. Vor allem in der Nacht dachte ich mir öfters: Ok, es zieht im Bauch – geht es doch schon los? Aber er ließ sich Zeit und so konnten wir den letzten Sonntag vor Pauls Geburt noch genießen und zu zweit verbringen.

Chris und ich gingen noch zu unserem gewohnten Sonntagsfrühstück, wo ich nicht mehr richtig entspannen konnte. Meine Gedanken waren bereits im Krankenhaus und ich dachte an die bevorstehende Zeit zu Dritt. Ich musste mir bewusst machen, dass dies unsere vorerst letztes Frühstücksdate war. Ein komisches Gefühl. Jedes Mal, wenn ich an unser Baby denken musste, wurden meine Augen glasig und versuchte es vor Chris zu verstecken. Die Schwangerschaftshormone gingen dann doch mit mir durch.

Danach ging die Zeit ganz schnell vorbei. Meine Eltern kamen noch auf einen Kaffee vorbei und ich wurde nervös und schon fast hysterisch, da ich ein Armband für Paul verlegt hatte. Anscheinend stieg meine innerliche Nervosität so an, dass auch plötzlich Tränen runterrollten. Vielleicht ist es doch nicht so gut, wenn man weiß, wann das Baby ‚geholt‘ wird. Hmm..

Der Sonntag war für mich ein Gefühlschaos, im Krankenhaus ‚eingecheckt‘ (sorry Christina, das einchecken musste ich jetzt erwähnen, haha), also mit einchecken meine ich, dass ich mein Bett bezogen hatte und nun auch für die geplante OP anwesend war. Es war recht langweilig und die letzten Routineuntersuchungen wurden gemacht.

Am Montag um 6 Uhr früh ging es dann los: Der Tag an dem unser Baby zur Welt kam. Chris war die ganze Zeit an meiner Seite. Meine Nervosität stieg bis an den Anschlag und ich habe bis zu Paulis Geburt fast durchgeweint. Die Angst kam auf und meine Emotionen gingen mit mir durch. Immer wieder stellte ich mir vor, wie es wohl sein wird, wenn es dann wirklich losgeht.

Um 7:30 Uhr wurde ein letztes CTG gemacht, der Anästhesist erklärte mir alles zum Kreuzstich und nahm mir meine Angst davor. Generell wurde ich sehr gut versorgt, es waren alle freundlich zu mir, das beruhigte mich total. Chris hielt die ganze Zeit meine Hand. Dann ging alles ganz schnell. Ich wurde in den OP geschoben, die letzten Vorbereitungen wurden gemacht und dann folgte auch der Kreuzstich. Dieser war halb so schlimm, wie erwartet. Also macht euch keine zu großen Gedanken zu diesem kleinen Stich.

Meine Beine wurden warm, danach wurde ich auf den Op-Tisch gehoben und der Vorhang wurde aufgebaut. Mir wurde die ganze Zeit jeder einzelne Schritt erklärt. (Ganz wichtig und beruhigend).

Es ging los, es waren keine zwei Minuten, nachdem der Schnitt in meinen Bauch gemacht wurde und Paul war da – ich konnte es nicht glauben, es ging so schnell und unser Baby war geboren.

Die großen Augen und die erste Berührung an meiner Wange werde ich nie vergessen. Das ist unser Baby. Ich konnte es noch nicht realisieren!

Der Moment war einer der schönsten Momente in meinem Leben. Nach so vielen Momenten konnte ich endlich unser Baby sehen.

Die nächste Stunde hingegen verlief gefühlt recht langsam. Mein Bauch wurde Schicht für Schicht wieder zugenäht. Dies dauert in etwa eine halbe Stunde. Gefühlt waren es drei Stunden. Danach musste ich noch in den Aufwachraum und ich fieberte den Moment entgegen, endlich Paul und Chris wieder zu sehen. Nachdem ich meine Beine wieder spürte, durfte ich wieder in unser Zimmer und die erste Zeit als Familie genießen. Chris war so stolz und erzählte mir von den ersten Minuten mit unserem Sohn.

Im Zimmer angekommen wurde mir Paul sofort an die Brust gelegt und die Kennenlernphase begann. Ich konnte es noch immer nicht glauben, dass er vor ein paar Stunden noch in meinem Bauch war.

Ein kleines Wunder auf Erden.

Wir nahmen uns die kommenden Tage eine Pause von Social Media, es gibt nichts Wichtigeres, als solche Momente für sich zu behalten. Wir hatten den Moment für uns und konnten jede Sekunde mit unserem Baby genießen.

Insgesamt waren wir von Sonntag bis Freitag im Krankenhaus. Die Tage sind irrsinnig schnell vergangen. Wir hatten Besuch von unserer Familie und den engsten Freunden. Ich habe die Zeit im Krankenhaus komplett anders eingeschätzt und mir war nicht bewusst, dass man sehr viele Erstuntersuchungen hat. Der Tag ist von Früh bis Abends durchgeplant. Man muss sich viel Zeit fürs Stillen nehmen.

Für mich waren die ersten drei Tage gesundheitlich recht schlimm. Mir ging es soweit gut, aber die Schmerzen nach einem Kaiserschnitt hatte ich deutlich unterschätzt. Vorab dachte ich mir, dass die Schmerzen nicht schlimmer als bei einer Brust OP sein können – falsch gedacht.

Ich hatte die ganze OP auf die leichte Schulter genommen, im Nachhinein waren es die schlimmsten Schmerzen, die ich je hatte. Ich kann euch Mut machen, die ersten drei Tage sind Horror, aber danach ging es mir immer besser. (Ich will euch keine Angst machen, aber ich persönlich war nicht darauf eingestellt).

Ich durfte erst am zweiten Tag nach der Operation aufstehen und mein Rücken tat höllisch weh, mein Bauch fühlte sich beim ersten Schritt so an, als würde jemand ein 50kg Gewicht drangehängt haben. Die ersten drei Tage konnte ich maximal 10 Minuten am Stück auf den Beinen sein. Meine Schritte waren langsam und voller Schmerz.

Der Nachteil an einem Kaiserschnitt ist, dass man danach sehr eingeschränkt ist. Mit Baby und Schmerzen ist es vielleicht etwas schwieriger am Anfang. Achja, die Narbe selbst hat mir nie weh getan. (Das werde ich im Moment ständig gefragt) Ich will euch definitiv keine Angst machen – es kann bei euch ja wieder ganz anders sein. Ich kann nur diese Erfahrung mit euch teilen und keine Frage, eine normale Geburt ist auch keine angenehme Sache. Ich denke, dass jede Geburt, egal auf welchem Weg nicht ganz einfach und schmerzfrei ist.

Es sind bald fünf Wochen seit Paulis Geburt vergangen und eines stimmt zu hundert Prozent:

Man vergisst die Schmerzen ganz schnell, wenn man sich das kleine Wunder täglich ansieht und in den Händen hält.

Ein Kind ist das größte Geschenk.

 

PS: unsere Newborn Fotos von Baby Paul hat die liebe Mone Hagenauer gemacht. Hier gehts zu ihrem Portfolio.

Herzlichen Dank!! <3

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5 Comments

    1. Vielen Dank für die rührenden Worte! Sehr gelungen, man spürt die Emotionen! Ich wünsche Euch nur das Beste!
      LG Theresa

    1. Omg , du hast es so schön geschrieben, ich musste sogar weinen weil ich an meinen Geburtst denken musste , zwar war es kein Kaiserschnitt aber es ist das schönste was mir passieren könnte und ich bin stolz dass du es geschrieben hast und anderen Mut machen willst

    1. Soooo toll geschrieben, Andi! Hoffe es geht DIR mittlerweile gesundheitlich wieder ganz gut und freue mich, wenn wir uns bald wieder einmal sehen:)

    1. Liebe Andi,

      danke, dass du uns an diesen privaten und einzigartigen Momenten teilhaben lässt und deine Gedanken vor und bei der Geburt mit uns teilst. Ich war auch eine von denen, die dich gefragt hat, ob es einen Bericht geben wird. Es ist ein wundervoller Geburtsbericht, so schön und authentisch geschrieben. Da sieht man wieder, dass man sich bestmöglich vorbereiten kann, aber eine Geburt ist nie planbar. Es gibt ganz wenige Krankenhäuser, die Steißlage natürlich entbinden, und um ehrlich zu sein, ich weiss nicht, ob ich mich bei der Geburt unserer Tochter nicht auch für einen Kaiserschnitt entschieden hätte, wenn sie Steinlage gehabt hätte.
      Jedenfalls ist es umso schöner zu sehen, dass du dich bereits wieder gut erholt hast (zumindest scheint es auf Instagram so) und wünsche euch noch eine wunderbare, liebevolle Kennenlern- und Kuschelzeit, es gibt nichts Schöneres, als ein Baby im Arm zu halten und ihm Geborgenheit zu geben. Unsere Tochter ist inzwischen schon 7 Monate alt, time flies… 🙂

      Alles Liebe,
      Yvonne & Valerie

    1. Hallo Andi!

      Ich selbst bin in der 15. SSW, daweil alles gut, bis auf ein paar Blutungen die nichts zu bedeuten hatten. Darf ich fragen, in welchem Krankenhaus du entbunden hast und behandelt worden bist? Wir schwanken immer noch, und können uns nicht entscheiden.
      Ich hatte beim Lesen schon Tränen in den Augen, unfassbar was für Gefühle mit einem durchgehen.

      Liebe Grüße,
      Tamara

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